Neuer Band "Fakten & Daten" zeigt, wie sich Mobilität verändert

Unsere soeben veröffentlichte Broschüre „Fakten & Daten – Band 10“ liefert ein klares Bild der Mobilität in Nürnberg. Sie zeigt, wie sich Wege, Verkehrsmittel und Gewohnheiten verändert haben. Grundlage sind regelmäßige Befragungen der Bewohner*innen seit 1989.

© VAG - Claus Felix

Unsere Ergebnisse zeigen: Neue Verhaltensweisen haben sich etabliert – mit positiven Auswirkungen auf Verkehr und Umwelt. Die Mobilität der Nürnberger*innen hat sich nach den pandemiebedingten Einbrüchen nicht nur erholt, sondern erreicht in vielen Bereichen neue Höchstwerte. Der ÖPNV befindet sich auf der Überholspur. Die neue Broschüre beleuchtet unter anderem die Auswirkungen moderner Arbeitsformen wie Homeoffice, wie und warum die Nürnberger*innen die Innenstadt besuchen sowie die Erwartungen der Bevölkerung an die Politik.  

Mehr Wege, mehr Aktivitäten  

Die Mobilität der Bevölkerung liegt inzwischen über dem Vor‑Corona‑Niveau. Laut der neuen Erhebung verlassen 88 Prozent der Menschen täglich das Haus und legen im Schnitt 3,2 Wege pro Tag zurück. Besonders stark gestiegen sind Freizeitwege. Sie stellen heute mit 38 Prozent einen größeren Anteil als vor der Pandemie (32 Prozent).  Fast ein Drittel der Bevölkerung fährt täglich mit Bus und Bahn. Gleichzeitig wächst der sogenannte Umweltverbund. Dazu zählen Fußwege, Fahrrad und ÖPNV. Im Befragungszeitraum entfielen rund zwei Drittel aller Wege auf diese Optionen. 

ÖPNV gewinnt 

Nachhaltige Veränderungen zugunsten des ÖPNV zeichnen sich schon länger ab. Die Pandemie unterbrach diesen Trend kurzfristig. Inzwischen hat er jedoch wieder deutlich an Dynamik gewonnen. Der öffentliche Nahverkehr erreicht einen historischen Höchststand: 261 ÖPNV‑Fahrten pro Person und Jahr, rund 12 Prozent mehr als vor Corona. Damit werden in Nürnberg inzwischen genauso viele Wege mit dem ÖPNV wie mit dem Pkw zurückgelegt. Der motorisierte Individualverkehr hingegen verliert dagegen spürbar an Bedeutung. Trotz weiterhin hoher Zulassungszahlen sinkt die tatsächliche Nutzung: Die Pkw‑Jahreskilometerleistung ist seit 2019 um 197 Millionen Kilometer zurückgegangen. Das entspricht einer Einsparung von über 23.000 Tonnen CO₂ durch die Nürnberger*innen jährlich. Die Daten zeigen zudem weiteres Potenzial: 62 Prozent der Autofahrten könnten ersetzt werden. 

Homeoffice verändert den Alltag

Die Pandemie hat das Arbeiten dauerhaft verändert. Homeoffice reduziert Arbeitswege um rund acht Prozent. Die Menschen bleiben dennoch mobil. Sie nutzen die gewonnene Zeit vor allem für Einkäufe und Freizeit. Das Verhalten ähnelt eher einer Verschiebung als einem Rückgang. Weniger Pendeln bedeutet mehr Wege im eigenen Umfeld: Die Mobilität verlagert sich stärker in die Stadtbezirke, kurze Strecken dominieren. Fußwege und Fahrradfahrten gewinnen an Bedeutung. 

Klare Erwartungen an die Politik

Nach ihren Wünschen gefragt, äußern sich die Nürnberger*innen eindeutig: 94 Prozent fordern Verbesserungen im ÖPNV. Drei Viertel lehnen Einsparungen beim ÖPNV zugunsten des Autoverkehrs ab. Viele empfinden die Folgen des Straßenverkehrs als belastend. Die Haltung ist klar: mehr nachhaltige Mobilität, weniger Autoverkehr. 

Struktureller Wandel 

Die Daten zeigen keine kurzfristige Entwicklung. Sie deuten auf einen strukturellen Wandel hin. Nürnberg macht große Schritte hin zu einer nachhaltigeren Mobilität. Der ÖPNV gewinnt an Bedeutung, der Pkw verliert – und die Menschen wünschen sich genau diese Entwicklung. Das bestätigt unseren Kurs, Angebot und Service weiter auszubauen und attraktiv zu gestalten. Die Broschüre ist ab sofort hier abrufbar.