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ÖPNV auf der Überholspur: VAG erreichte neuen Fahrgastrekord - finanzielle Situation bleibt weiter herausfordernd

Der öffentliche Nahverkehr in Nürnberg gewinnt weiter an Bedeutung. Im Jahr 2025 haben 163,9 Millionen Fahrgäste Busse und Bahnen der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg genutzt. Das entspricht einem Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verzeichnet das Unternehmen zum dritten Mal in Folge einen neuen Fahrgastrekord. Auch bei Abonnements und VAG_Rad-Ausleihen gab es neue Höchststände. „Diese Ergebnisse verstehen wir als klaren Auftrag, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen und aus den vorhandenen Mitteln das Beste zu machen“, so VAG-Vorstandssprecher Tim Dahlmann-Resing. „Allerdings ist und bleibt die finanzielle  Situation herausfordernd.“  

ÖPNV auf der Überholspur
Nahezu jede*r dritte Nürnberger*in (32 Prozent) hat 2025 täglich den ÖPNV genutzt. Das ist das Ergebnis der VAG-Marktforschung, mit der seit 1989 Kennzahlen zur Mobilität der Nürnberger*innen erhoben werden. Mit 267 Wegen pro Jahr und pro Person sind mehr Nürnberger*innen als je zuvor mit Bus und Bahn unterwegs. Bei der Verkehrsmittelwahl haben die öffentlichen Verkehrsmittel sogar erstmals den Pkw überholt: Während sich 25,2 Prozent der Bewohner*innen für den ÖPNV entschieden haben (Vorjahr: 24,7 Prozent), ging die Pkw-Nutzung auf 24,3 Prozent (Vorjahr: 25,0 Prozent) zurück. „Damit hat sich der öffentliche Nahverkehr als zentraler Bestandteil der städtischen Mobilität fest etabliert“, so Dahlmann-Resing.   

Deutschlandticket nach wie vor sehr beliebt 
Auch die Zahl der Abonnements stieg 2025 weiter an: Die VAG verzeichnete am Jahresende über 294.000 Abos, darunter 269.000 Deutschlandtickets. Das sind rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Überdurchschnittliche Zuwächse gab es mit rund acht Prozent beim Deutschlandticket Job. Die Zahl der Partnerunternehmen stieg sogar um mehr als 20 Prozent und lag Ende 2025 bei rund 680.   

Die Digitalisierung im Kaufprozess hat sich weiter erfolgreich fortgesetzt: Die Onlineservices verzeichneten ein Umsatzplus von 45,8 Prozent. Rund 80 Prozent aller Tickets stellte die VAG elektronisch aus. Dennoch ist der persönliche Service immer noch stark gefragt: Im KundenCenter, das 2025 sein 25-jähriges Bestehen feierte, wurden im vergangenen Jahr rund 212.000 Kund*innen bedient. 

NürnbergMOBIL-App als zentrale Mobilitätsplattform 
Die NürnbergMOBIL-App hat sich als zentrale Mobilitätsplattform fest etabliert. Auch im Jahr 2025 nutzten Abo-Kund*innen der VAG und des VGN die vielfältigen Vorteile innerhalb der App intensiv. So wurden rund 1,4 Millionen VAG_Rad-Ausleihen über die Anwendung abgewickelt – ein Plus von etwa acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlichen Auftrieb erhielt das Leihfahrradsystem durch die Einführung einer neuen Flexzone in Schwabach, den Ausbau weiterer Stationen sowie das Pilotprojekt VAG_eRad.  Seit April 2026 können Nutzer*innen zudem das Carsharing-Angebot von Scouter direkt über die App buchen. Dabei profitieren sie von monatlich zehn Freikilometern und sparen sich die Registrierungsgebühr. Insgesamt vertrauen rund 110.000 aktive Nutzer*innen auf die Vorteile der App, die sich damit dauerhaft als wichtiger Baustein im digitalen Mobilitätsangebot etabliert hat.  

EGT besser als im Vorjahr 
Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit (EGT) hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 12.297 T€ bzw. 11,2 Prozent auf -97.289 T€ verbessert. Grund dafür sind insbesondere die gestiegenen Umsatzerlöse infolge höherer Fahrgeldeinnahmen sowie höhere sonstige Erträge, unter anderem aus der Auflösung von Rückstellungen. „Im laufenden Jahr werden sich die Aufwendungen für Betrieb und Personal sowie der Materialaufwand aller Voraussicht nach erhöhen“, so der Ausblick, den VAG-Vorstand Magdalena Weigel gab. „Unter den gegebenen finanziellen Möglichkeiten das Angebot zu erweitern, bleibt weiter unser Anspruch.“  

Investitionen in eine nachhaltige Zukunft 
Die VAG rechnet weiterhin mit einem Anstieg der Fahrgastzahlen. „Im Fokus stehen dabei Qualität und Ausbau des Angebots. Wir wollen noch mehr Fahrgäste gewinnen“, machte Tim Dahlmann-Resing deutlich. Die Grundlage hierfür bilden die bereits beschlossenen Maßnahmen im U-Bahn- und Straßenbahnnetz für die kommenden Jahre. 2025 investierte die VAG 85,7 Millionen Euro in Infrastruktur und Fahrzeuge, davon waren 21,3 Millionen Euro Fördermittel (etwa 25 Prozent). Die Investitionen 2025 konzentrierten sich im Wesentlichen auf geleistete Anzahlungen für neue Straßenbahnen, Gleisarbeiten und die Beschaffung neuer eBusse. So konnte im Mai 2025 der 100. eBus in Betrieb genommen werden. Inzwischen umfasst die Flotte 123 eBusse. Im Juli wurde ein weiterer Meilenstein erreicht: Alle 26 neu beschafften Avenio-Straßenbahnen waren im Fahrgastbetrieb.  

Erfolgreiches Recruiting
2025 beschäftigte die VAG im Durchschnitt 2.225 Mitarbeitende (Vorjahr 2.143) und 107 zur Berufsausbildung Beschäftigte (Vorjahr 105). Die VAG wurde im Jahr 2025 mit dem CNA-Signet „Top Arbeitgeber | Mobilität | Transport | Logistik“ ausgezeichnet. Grundlage der Auszeichnung ist eine umfassende Bewertung in sieben zentralen Handlungsfeldern, darunter Karrierechancen, Arbeitszeit und Flexibilität, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Weiterbildungsangebote. „Weiterhin steigende Bewerberzahlen unterstreichen unsere Attraktivität als Arbeitgeber“, so Magdalena Weigel. Im Vergleich zu 2022 haben sich die Bewerberzahlen 2025 mehr als verdreifacht. Langfristig verfolgt die VAG das Ziel, den Anteil von Frauen in Führungspositionen weiter zu erhöhen. Ein wichtiger Baustein ist die gezielte Vernetzung von Frauen im Unternehmen. So entsteht ein konzernweites Netzwerk, das den Austausch stärkt und insbesondere neue weibliche Führungskräfte im Alltag unterstützt. 

Wirtschaftsfaktor VAG
Oft stehen beim ÖPNV die Kosten im Vordergrund. Welchen Nutzen er bringt, wird dagegen nicht immer in die Rechnung einbezogen. Eine aktuelle Studie der VAG zeigt fünf zentrale Effekte: So löst die VAG in der Stadt Nürnberg eine Wertschöpfung von knapp 250 Millionen Euro aus. Von jedem Euro, den die VAG ausgibt, bleiben rund 87 Cent in der Metropolregion, 57 Cent davon in Nürnberg. Außerdem sichert jeder Arbeitsplatz bei der VAG nahezu einen weiteren in Nürnberg und der Metropolregion. Auch die öffentlichen Haushalte profitieren von der Geschäftstätigkeit der VAG: Für den Freistaat Bayern und die Kommunen der Metropolregion ergeben sich aus direkten und indirekten Steuer- und Abgabeneffekten Mehreinnahmen von knapp 30 Millionen Euro. Und die Investitionen zahlen sich mehrfach aus: Ein Euro kommunaler Zuschuss erzeugt einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen von über fünf Euro. 

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich Investitionen in den ÖPNV lohnen. Eine auskömmliche und dauerhafte Co-Finanzierung durch Bund und Länder, in unserem Fall des Freistaats Bayern, ist daher mehr als gerechtfertigt und in noch größerem Maße dringend notwendig“, folgerte Tim Dahlmann-Resing. „Wenn wir den Nahverkehr als Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität erhalten und ausbauen wollen, reicht ein ‚Weiter so‘ einfach nicht.“

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