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Bau des neuen G1

Neue Züge für die U1

Nach rund 40 Jahren haben unsere 42 Doppeltriebwagen des Typs DT1 ausgedient. Sie sind ausschließlich auf der mit Fahrern betriebenen U1 im Einsatz und werden nun durch 21 Vier-Wagen-Gliederzüge des Typs G1 ersetzt.

2015 ging der Auftrag dann an Siemens und eine Reihe von Subunternehmer. Die Komponenten der G1-Züge entstehen an unterschiedlichen Standorten. Gebaut werden die U-Bahnen im Siemens-Werk in Wien. Aus Nürnberg kommen Kernkomponenten, wie beispielsweise der Antriebsstromrichter, die Motoren, der Hilfsbetriebeumrichter und die verbaute Leittechnik. In Erlangen erfolgen das Projektmanagement, die Entwicklung und die Servicebetreuung.

Fertigungsprozess – so entsteht der Neue Schritt für Schritt

  • Ende März 2017: Fertigungsbeginn des Rohbaus und erster Komponenten, wie der Motorenfertigung in Nürnberg und der Bau des ersten Wagenkastens im Siemens-Werk in Wien.

  • April 2017: Die Fertigung des Fahrzeugkopfes läuft an.

  • April bis Juni 2017: Der Antriebsstromrichter, der Motor sowie der Schiebetritt – der den Spalt zwischen Tür und Bahnsteig überbrückt – werden parallel auf Prüfständen in Nürnberg getestet.

  • Juli / August 2017: Der Rohbau des ersten Wagenkastens ist abgeschlossen, robotergesteuert wird die Mehrschicht-Lackierung aufgetragen.

  • bis November 2017: Begleitende Umbauarbeiten (seit August 2016) in der U-Bahn-Werkstatt, da der G1 doppelt so lang ist, wie sein Vorgänger DT1 bzw. wie die anderen Zug-Typen (DT2, DT3 und DT3-F).

  • Anfang September 2017: Die Monteure verkleben den Fahrzeugkopf mit dem Wagenkasten und setzen die Scheiben ein.

  • Ende September 2017: Siemens beginnt mit dem Innenausbau des ersten Zuges. Dazu gehören zum Beispiel der Fußboden, die Sitzbänke und die Haltestangen. Zudem startet der Hersteller mit der Montage weiterer Komponenten durch. Dazu gehören beispielsweise die Übergänge oder der Bau der Druckluft- und mechanischen Bremsanlage.

  • Frühjahr 2018: Der erste G1 ist fertig. Er kommt nun ins Siemens-Testcenter in Wildenrath in Nordrhein-Westfalen.

  • 2. Jahreshälfte 2018: Der erste fertige G1 wird in Nürnberg eintreffen. Doch bevor er in Betrieb geht, finden noch ausführliche Prüf- und Schulungsfahrten statt.

  • Anfang 2019: Der erste G1 wird in Betrieb gehen.

  • Anfang 2019 bis August 2020: Etwa alle fünf Wochen kommt ein weiterer G1 in Nürnberg an und ersetzt damit einen der alten DT1-Züge.


Durchgängig, modern und großzügig – das ist unser G1

Am auffälligsten ist beim G1 der Durchgang zwischen allen Wagenteilen. Sie sind fest miteinander verbunden, sodass Fahrgäste komplett durchgehen können. Gegenüber dem heutigen, sogenannten Langzugbetrieb, bei dem zwei Doppeltriebwagen gekuppelt werden, fallen je zwei Fahrerstände und Hilfsbetriebeumrichter für die Stromversorgung weg. Das senkt die Anschaffungskosten und das Gewicht, was sich positiv auf den Energieverbrauch auswirkt. "Die Durchgängigkeit bietet zudem mehr Platz für die Fahrgäste. Im vorderen und hinteren Eingangsbereich sind die Sitze längs angeordnet, die Freiflächen für Rollstühle, Kinderwagen, Rollatoren oder Fahrräder befinden sich hinter dem Fahrerstand und im Bereich der Übergänge. So staut es sich im Türbereich weniger. Die zehn Zentimeter breiteren Türen beschleunigen den Fahrgastwechsel“, erklärt der VAG-Vorstand für Technik und Marketing, Tim Dahlmann-Resing. Schiebetritte, zur Spaltüberbrückung zwischen Zug und Bahnsteig, ermöglichen einen barrierefreien Zugang. Damit ist unsere U-Bahn-Flotte fast vollständig ohne Spalt zugänglich.

Auch außen sind die neuen Züge flott unterwegs. In unseren Unternehmensfarben - rot, weiß - kommen sie freundlich, transparent und modern daher. Das Design wurde übrigens auf der Grundlage einer Designstudie in Zusammenarbeit mit dem Münchner Büro ergon3Design entwickelt.

Einsteigen oder nicht: Ampelfarben an den Türen

Bei den alten DT1-Zügen überwachen die Fahrer das Öffnen und Schließen der Türen mittels Sichtkontrolle entlang des Bahnsteigs. Bei den G1-Zügen ist diese Kontrolle komplett technisch abgesichert. So wie es bei den Zügen DT3 und DT3-F bereits Standard ist. Neu dageben ist: Den Status des Fahrgastwechsels oder die Zugabfahrt zeigen LED-Lichtbänder, außen und innen an den Türen, an. Rot heißt Stopp, Grün Einsteigen.

Flotte Typen – unsere U-Bahnen auf einen Blick

Baureihe DT1

Bereits die U-Bahnen der ersten Generation, der Typ DT1 (DT steht für Doppeltriebwagen), schafften es in nur 40 Sekunden auf 80 Kilometer pro Stunde. So schnell wie sie sind, so flott kommen sie auch von ihrem Äußeren daher und gehen schon bald als „rote Pegnitzpfeile“ in die Verkehrsgeschichte ein. Jeder Zug erhält das Nürnberger Stadtwappen, den Königskopfadler. Die Wagen besitzen mehrere Bremssysteme, die teilweise bei Gefahr selbstständig eingreifen (Notbremse). Im planmäßigen Betrieb kommt nur eine zum Einsatz: die elektrische Bremse. Sie schaltet die Motoren während des Bremsvorgangs in Generatoren um.

Die zweite Hälfte der 64 beschafften DT1 wurde ab 1980 mit Drehstromantriebstechnik ausgestattet, die den so erzeugten elektrischen Strom für andere Fahrzeuge ins Netz zurückspeisen kann. Für die damalige Zeit absolut Hightech! Übrigens: Bis auf einige technische Details und die Farbe entsprechen die Züge weitgehend denen der Münchener U-Bahn, die etwa zeitgleich in Betrieb ging. Inbetriebnahme DT1: 1971 bis 1984.

Länge: 36,55 m | Wagenhöhe: 3,53 m | Sitz-/Stehplätze (4 P./qm): 98/192 | Geschwindigkeit: 80 km/h | Wagen leer: ca. 52,5 t | Wagen vollbesetzt: ca. 83,9 t

Baureihe DT2

23 Jahre später, am 28. November 1994, geht das letzte Fahrzeug der zweiten Generation von U-Bahn-Zügen an den Start: Zwölf Wagen des Typs DT2 nehmen ihren Betrieb auf. Neu ist eine digitale Stimme, die in den Zügen die nächsten Stationen ansagt. Und die Einzelschalensitze, die die durchgehenden Bänke ablösen, bieten den Fahrgästen mehr Komfort, ebenso die Doppelhaltestangen und Gepäckablagen an der hinteren Stirnwand. Durch den Verzicht auf einige Sitzplätze ist der Einstiegsraum größer. Dadurch beschleunigen sich das Ein- und Aussteigen sowie die Verteilung der Fahrgäste im Wageninneren deutlich. Gleichzeitig entsteht so mehr Platz für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder. Statt eines Hebels wie im DT1, lassen sich die Türen ab sofort mit einem Taster elektrisch öffnen. Inbetriebnahme DT2: 1993 bis 1994

Länge: 36,95 m | Wagenhöhe: 3,55 m | Sitz-/Stehplätze (4 P./qm): 82/208 | Geschwindigkeit: 80 km/h | Wagen leer: ca. 54,5 t | Wagen vollbesetzt: ca. 86,7 t

Baureihe DT3/DT3-F

Der DT3 leitet die Revolution des automatischen Betriebes ein. Der Zeitpunkt für die neuen Modelle ist günstig, da die ersten Züge vom Typ DT1 in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen. Gegenüber seinen Vorgängern bietet der DT3 mehr Platz, denn die zwei Wagen sind durch einen Übergang miteinander verbunden. Weil die DT3-Züge vollautomatisch unterwegs sind, braucht es keinen Fahrerstand. Der Platz steht nun den Fahrgästen in Form von einer Panoramascheibe zur Verfügung. Zusätzlich zu den 32 DT3-Fahrzeugen – die ausschließlich auf den U-Bahn-Linien U2 und U3 unterwegs sind – kommen ab 2011 weitere 14 DT3-F dazu. Diese sind eine Weiterentwicklung des DT3, haben als besonderes Merkmal aber einen Fahrerstand – daher das F in der Kurzbezeichnung. Sie können sowohl auf den vollautomatischen Linien U2 und U3 eingesetzt werden, als auch auf der konventionellen U-Bahn-Linie U1. Inbetriebnahme DT3: 2008, Inbetriebnahme DT3-F: 2011 bis 2012.

Länge: 37,72 m | Wagenhöhe: 3,58 m | Sitz-/Stehplätze (4 P./qm): DT3 bzw. DT3-F: 82/226 bzw. 72/216 | Geschwindigkeit: 80 km/h | Wagen leer: DT-3 bzw. DT3-F: ca. 62,1 t bzw. 64 t | Wagen vollbesetzt: ca. 97,3 t

Baureihe G1

21 Vier-Wagen-Gliederzüge des Typs G1 sind seit 2015 bestellt und sollen ab Anfang 2019 die 42 noch im Betrieb befindlichen DT1-Modelle nach und nach ablösen. Die neuen Züge werden in etwa die Länge von zwei gekoppelten Doppeltriebwagen haben und komplett durchgängig sein. Die Fahrzeuge sind klimatisiert und haben einen Schiebetritt an den Türen, sodass die Züge nun auch barrierefrei zugänglich sind. Die neuen Züge sind ausschließlich für den Betrieb mit Fahrer auf der U1 vorgesehen. Allerdings ist der von Siemens entwickelte Zug auch für den automatischen Betrieb ausgelegt und vorgerüstet. Inbetriebnahme: ab Anfang 2019.

Länge: 75,41 m | Wagenhöhe: 3,58 m | Sitz-/Stehplätze (4 P./qm): 128/476| Geschwindigkeit: 80 km/h | Wagen leer: ca. vrstl. 124,5 t | Wagen vollbesetzt: vrstl. 195,1 t

Der G1-Bau in Bildern

Hier gibt es einen ersten Eindruck von den neuen Zügen

Klicken Sie auf die Bilder, um diese zu vergrößern:

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