Nürnbergs neuer U-Bahn-Zug stellt sich vor: neue Optik, mehr Komfort und Sicherheit 

Nürnberg bekommt für die U-Bahn-Linie U1 in den nächsten Jahren 34 neue U-Bahn-Züge. Diese werden aktuell vom Hersteller, Siemens Mobility, ausgeliefert und in der U-Bahn-Wagenwerkstatt der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft in Betrieb genommen. 

21 U-Bahn-Züge ersetzen 42 Doppeltriebwagen des Typs DT1, die seit den 1975er und 1980er Jahren in Betrieb sind. Diese haben mit einer Laufleistung von bis zu 3,5 Millionen Kilometern das Ende ihrer Lebenszeit erreicht. 13 Fahrzeuge hat die VAG im November 2018 und im März 2019 zusätzlich bestellt. Diese ersetzen zum einen die zwölf U-Bahnen der Baureihe DT2 aus den 1990er Jahren und werden zudem die Flotte deutlich verstärken. Josef Hasler, Vorstandsvorsitzen-der der VAG: „Wir rechnen mit weiter steigenden Fahrgast-zahlen, vor allem auch auf unseren drei U-Bahn-Linien. In Spitzenzeiten fahren pro Tag 440.000 Menschen mit der U-Bahn, über 50 Prozent davon auf der U1.“ Und er ergänzt: „Wir werden ab 2022 auf der U1 einen Fahrzeugtyp im Ein-satz haben. Die Kunden bekommen immer maximalen Kom-fort, maximale Sicherheit und einen einheitlichen Standard für die Abfertigung der Züge geboten. Das ist optimal.“

Insgesamt investiert die VAG in die 34 Fahrzeuge 263,2 Millionen Euro, von denen 64,1 Millionen Euro durch Zuschüsse gedeckt sind. Josef Hasler ist froh, dass sich der Freistaat schließlich doch mit gut 26 Prozent der Gesamtkosten an der Finanzierung beteiligt, höher als ursprünglich in Aussicht gestellt. Josef Hasler: „Wir können diese Investitionen nicht ohne nennenswerte öffentliche Förderung stemmen. Trotz derzeit niedriger Zinsen ist eine solche Investition für uns ein Kraftakt, zumal wir gleichzeitig in anderen Bereichen, wie in Straßenbahnen, E-Busse und insgesamt in die Infrastruktur kräftig investieren müssen.“ 

Der neue G1: mehr Komfort und Sicherheit

Die neuen U-Bahn-Züge präsentieren sich im neuen Design. Markant ist der Kopf, auffällig die großen Fenster. Im Innenraum erwartet die Fahrgäste eine neue Optik. Auffällig ist dort das Rot der VAG, das für die Polsterbezüge der Sitze gewählt wurde. Grautöne vermitteln Ruhe.

Der G1 ist von vorne bis hinten durchgängig begehbar, der Raum wurde neu geordnet und wirkt großzügig. Es gibt mehr sogenannte Multifunktionsflächen für Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren und Fahrräder. Die in den Kopfwagen längs angeordneten Sitze sorgen für mehr Bewegungsfreiheit. Insgesamt bietet der G1 durch die neue Raumaufteilung 128 Sitz- und 476 Stehplätze. 

Für eine angenehme Temperatur im G1 sorgt eine ganzjährig aktive Klimatisierung. Die Klimatisierung im Sommer ist erstmals für einen U-Bahn-Zug in Nürnberg Standard. Dies mit Blick auf die heißeren Sommer und die Tatsache, dass die U1 auch oberirdische Streckenabschnitte und Abstellanlagen hat. Ein Plus aus Fahrgastsicht ist auch die verbesserte Fahrgastinformation. Auf den Bildschirmen werden neben dem Streckenverlauf die Umsteigebeziehungen in Echtzeit und Informationen zu Fahrtausfällen oder Umleitungen angezeigt. Zusätzlich gibt es während der Fahrt Informationen der VAG, Nachrichten sowie Unterhaltung. 

Das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste wird durch das offene Raumkonzept, die Beleuchtung und Videokameras positiv beeinflusst. Wie bisher schon werden die Kamerabilder beim Fahrer im Fahrerstand angezeigt. Wird der Notruf im Fahrzeug gedrückt, besteht eine direkte Verbindung zu diesem. 

Besser Ein- und Aussteigen  

Das Ein- und Aussteigen wird im G1 durch eine Reihe von Neuerungen optimiert. Die Doppeltüren des G1 sind mit 1,4 Metern zehn Zentimeter breiter als die der Vorgängermodelle. Innovativ – und hoffentlich erfolgreich in der Wirkung – ist das Ampelkonzept für die Türen. Innen wie außen signalisieren LED-Lichtbänder mit Grün oder Rot – ergänzt um die bekannte Akustik –, ob die Türen öffnen und eingestiegen werden kann oder die Fahrgäste stehen bleiben sollen. Wie beim DT3 und DT3-F fährt ein Schiebetritt aus und über-brückt den Spalt zwischen Fahrzeug und Bahnsteigkante. Damit ist barrierefreies Ein- und Aussteigen garantiert, was nicht nur Rollstuhlfahrer schätzen, sondern auch kleine Kinder oder ältere Menschen. 

Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility, zum G1: „Mit dem G1 liefern wir der VAG ein hochmodernes Fahrzeug, das sich durch besonderen Fahrgastkomfort auszeichnet und speziell auf die Bedürfnisse in Nürnberg zugeschnitten ist. Ein Großteil der elektrotechnischen Antriebskomponenten, die Steuerung der Spaltüberbrückung, die Leittechnik und auch das Projektteam kommen aus dem Großraum Nürnberg. Das ist gelebte lokale Wertschöpfung, die in der Region hoch qualifizierte Arbeitsplätze schafft.“

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