Nürnbergs U-Bahn ist 50 Jahre

50 Jahre jung und leistungsfähig, das ist unsere Nürnberger U-Bahn, die am 1. März 1972 im jungen Stadtteil Langwasser im Nürnberger Osten ihren Betrieb aufnahm.

Bild von der Eröffnung der U-Bahn 1072 © VAG - Archiv

Sieben Bahnhöfe lagen an der 3,7 Kilometer langen Strecke zwischen den U-Bahnhöfen Langwasser Süd und Bauernfeindstraße. Heute verfügt Nürnberg über drei U-Bahn-Linien, 49 U-Bahnhöfe, die teils von allen Linien angefahren werden, und die Streckenkilometer summieren sich auf 41. Aktuell sind noch zwei Bahnhöfe für die U3 im Südwesten im Bau. Sie werden voraussichtlich 2026 in Betrieb gehen. Nürnberg ist nach Berlin, Hamburg und München die vierte deutsche Stadt mit einer U-Bahn. Sie ist nach wie vor die einzige in Deutschland mit zwei vollautomatisierten U-Bahn-Linien.

Heute ist die U-Bahn zweifellos das Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs in Nürnberg. Sie ist zuverlässig, sicher und bietet ein hervorragendes Angebot. Mit über 400.000 Fahrgästen in der Spitze an Werktagen hat sie ihre Leistungsfähigkeit über lange Zeit unter Beweis gestellt. Mit keinem Verkehrsmittel ist man schneller am Ziel und unsere U-Bahn-Linien sind bestens vernetzt mit unseren fünf Straßenbahn- und 52 Buslinien.

Entscheidung fiel vor 57 Jahren

Eine Verkehrswende hatte die Stadt Nürnberg schon als Ziel, als sich der Nürnberger Stadtrat im November 1965 für eine echte U-Bahn ausgesprochen hatte. Dem Beschluss, in Nürnberg eine klassische U-Bahn zu bauen, die teils oberirdisch, teils im Tunnel, aber in jedem Fall unabhängig und unbeeinflusst von anderen Verkehrsmitteln fährt, waren in den 1950er- und 1960er-Jahren Diskussionen über die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs vorausgegangen. Lange galt eine U-Strab nach Frankfurter Muster als die Lösung für den ÖPNV und für die immer drängender werdenden Verkehrsprobleme auf den teils engen Straßen. Noch im April 1963 hatte sich der Stadtrat für den Bau einer Unterpflaster-Straßenbahn, die später bei Bedarf auf einen U-Bahn-Betrieb umgestellt werden könne, ausgesprochen. Eine erneute Initiative aus dem Stadtplanungsamt führte zum Umdenken. Das Hauptargument: eine spätere Umrüstung der U-Strab zur U-Bahn wäre aufwändig und könnte nicht ohne Betriebseinschränkungen erfolgen.

Rund eineinhalb Jahre nach dem Beschluss pro U-Bahn, am 20. März 1967, ging es mit den U-Bahn-Bauarbeiten los: Der damalige Nürnberger Oberbürgermeister Andreas Urschlechter und der damalige Bundesverkehrsminister Georg Leber lösten per Knopfdruck an der Bauernfeindstraße den ersten Rammschlag für den U-Bahn-Bau aus. Georg Leber war vom Erfolg der U-Bahn in Nürnberg überzeugt. Er sagte: „Dieses Ereignis wird in die Geschichte Nürnbergs eingehen wie einst der Beschluss, die erste deutsche Eisenbahn zu bauen.“ Diese verband ab 1835 Nürnberg mit Fürth. Fünf Jahre nach Baubeginn, am 1. März 1972, nahm die VAG auf dem 3,7 Kilometer langen ersten Streckenabschnitt der U1 zwischen Langwasser Süd und Bauernfeindstraße den Betrieb auf. Den historischen Augenblick, als Staatssekretär Karl Wittrock, in Vertretung von Georg Leber, zusammen mit Anton Jaumann, Bayerns damaligem Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr, sowie Nürnbergs Oberbürgermeister Andreas Urschlechter den Weg für die U-Bahn frei gaben, erlebten rund 6.000 Menschen mit. In den ersten fünf Tagen nutzten 160.000 Menschen die Gelegenheit, Nürnbergs neue U-Bahn kostenlos zu testen. Bilder vom Bau und der Eröffnung vor 50 Jahren können Sie in dieser Bildergalerie entdecken.

Weichen für die Zukunft sind gestellt

Abgesehen davon, dass laufend in Anlagen und Züge investiert wird, ist die U-Bahn bestens aufgestellt, um auch in Zukunft ihr Potential und ihre Leistungsfähigkeit zeigen zu können. So investieren wir aktuell beispielsweise in 35 neue U-Bahn-Züge, die ältere Fahrzeuge ersetzen. 25 der neuen Gliederzüge von Siemens Mobility sind bereits im Einsatz. Dafür gehen nach und nach ältere Fahrzeuge der Baureihen DT1 und DT2 außer Betrieb.

Ein Abriss zur Nürnberger U-Bahn damals und heute finden Sie in diesem Sonderdruck und auch in diesem Videobeitrag des Bayerischen Rundfunks.