Girl's Day bei der VAG - wird der ÖPNV in Zukunft weiblicher?

Für die VAG arbeiten rund 2.000 Menschen, zwölf Prozent davon sind weiblich. Bei den Ingenieurstellen sind 15 Prozent der Stelleninhaber*innen weiblich. Das entspricht in etwa dem Anteil von weiblichen Studierenden in den Ingenieurstudiengängen. Wie also können junge Frauen für ein Ingenieurstudium gewonnen und für die Tätigkeit bei einem Verkehrsbetrieb begeistert werden?

Tobias Schneider führt die Besucherinnen des Girl's Days in der U-Bahn-Werkstatt in eine Grube unter einem Zug © VAG - Max Wiederhold

Diese Frage stellten sich unsere Personalverantwortlichen und luden anlässlich des bundesweit stattfindenden Girl's Days am 28. April zwölf interessierte Mädchen in unsere U-Bahn-Werkstatt ein. Gekommen sind sechs Schülerinnen aus Windsbach, vier aus Nürnberg, jeweils eine aus Oberasbach und Eckental, im Alter von elf bis 15 Jahren.

Bloß nicht entmutigen lassen!

Los ging es mit einer Sonderfahrt vom U-Bahnhof Scharfreiterring in die U-Bahn-Werkstatt. Was alles an Technik in den Fahrzeugen steckt, zeigte unser Kollege Tobias Schneider bei einer Werkstattführung. Die Schülerinnen hörten einen Impulsvortrag zum Thema Frauen in technischen Berufen sowie zur Herausforderung Verkehrswende von Magdalena Weigel, Vorstand Personal und Arbeitsdirektorin bei der VAG. In einem Workshop konnten sie das Gehörte selbst weiterdenken und schließlich trafen sie auf unsere Kolleginnen Petra Reißmann und Slavena Stambolova – beide bei der VAG in vermeintlichen Männerdomänen tätig.

Slavena Stambolova ist studierte Wirtschaftsinformatikerin und kam vor zwei Jahren zur VAG-IT. Sie erläuterte, wo bei der VAG überall IT drinsteckt und machte den jungen Frauen Mut, sich auch dann an ein Informatikstudium zu trauen, wenn sie nicht nur Bestnoten in Mathematik in der Schule haben: „Die Welt der IT ist sehr umfangreich und man lernt Vieles erst im Studium. Allein aufgrund der Schulnoten sollte man keinen IT-Beruf ausschließen.“

Petra Reißmann ist studierte Bauingenieurin und startete vor sieben Jahren in unserer Planungsabteilung. Vor zwei Jahren wechselte sie in den Geschäftsbereich Fahrweg, wo sie aktuell vor allem für Gleisbauprojekte bei der Straßenbahn verantwortlich ist: „In der Planungsabteilung war es sehr interessant und was ich dort gelernt habe, hilft mir auch heute bei der Planung meiner Baustellen, aber meine aktuelle Stelle passt perfekt zu mir. Ich liebe die Zusammenarbeit mit den vielen Menschen und unterschiedlichen Gewerken und ich bin so gerne draußen auf den Baustellen“. Klar, zimperlich dürfe man nicht sein und den einen oder anderen blöden Machospruch müsse man auch wegstecken können, aber wenn man den Männern mit Selbstbewusstsein entgegentrete und das eigene Wissen nicht verstecke, dann seien diese respektvolle und ehrliche Geschäftspartner.

Die Schülerinnen, die allesamt zum ersten Mal am Girl’s Day teilnahmen, beteiligten sich rege an dem angebotenen Programm und stellten viele Fragen, beispielsweise zur Sicherheit im ÖPNV, zu peinlichen Situationen sowie zum respektvollen Umgang zwischen Männern und Frauen im Berufsalltag. Sie diskutierten den Unterschied zwischen dem guten ÖPNV-Angebot in der Stadt und dem Mangel auf dem Land und sie wollten von den anwesenden VAG-Mitarbeiterinnen wissen, ob sie denn bis zur Rente für die VAG arbeiten möchten. Neben Petra Reißmann und Slavena Stambolova bejahten das auch Kerstin Rahner aus dem Personalmarketing und Susanne Jerosch aus der Konzernkommunikation. Und warum? Weil das Gesamtpaket einfach passe.

Die Zukunft des ÖPNV ist weiblicher

Ist die Zukunft des ÖPNV weiblicher? Diese Frage stellte Magdalena Weigel an den Anfang ihres Impulsvortrags. „Ganz sicher ist sie das“, so das Fazit unserer Arbeitsdirektorin, „denn aktuell sind gerade mal zwölf Prozent unserer Mitarbeitenden Frauen. Es kann und muss also noch weiblicher werden, denn wir brauchen Frauen in technischen Berufen, um künftig die Erwartungen der Politik in Sachen Verkehrswende erfüllen zu können und zum Rückgrat einer nachhaltigen, klimaneutralen Mobilität der Zukunft zu werden. Wir brauchen heterogene Teams, die kreativ an den Lösungen von morgen arbeiten – was auch auf eine Vielfalt zutrifft hinsichtlich der sozialen Herkunft, der Religionszugehörigkeit oder der sexuellen Orientierung der Mitarbeitenden. Schließlich sollten wir die Bedürfnisse aller unserer Fahrgäste verstehen. Anlässlich des Girl’s Days möchte ich aber explizit die jungen Frauen dazu ermutigen, sich für naturwissenschaftliche Studiengänge zu interessieren. Ich selbst bin 1971 geboren und in einem Dorf an der bayerisch-österreichischen Grenze aufgewachsen. Zu dem Zeitpunkt wurden Frauen dort entweder Erzieherin, Lehrerin oder Zahnarzthelferin. Alles tolle Berufe, aber ich wollte lieber Mathematik studieren. Das aber hat mir mein Mathelehrer in den Abschlussjahren am Gymnasium vermiest, weil er überzeugt war, dass Frauen kein Mathe könnten. Ich habe dann Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert und bin schließlich in einem Job gelandet, der mir viel Freude bereitet. Aber heute würde ich mich von einer solchen Haltung nicht mehr beeindrucken lassen!“

Alle Informationen zum Arbeitgeber VAG gibt es unter www.vag.de/karriere