

2001 war die Zeit reif für ein U-Bahn-Automatisierungsprojekt wie es noch kein anderer Verkehrsbetrieb zuvor realisiert hatte. Aber warum in Nürnberg? Weil hier die Rahmenbedingungen günstig waren. Langsam aber sicher mussten wir Ersatz für die ersten Züge beschaffen, die inzwischen seit der Eröffnung der Nürnberger U-Bahn 1972 ihren Dienst leisten.
Außerdem hatte der Nürnberger Stadtrat beschlossen, dass eine neue Linie, die U3, gebaut werden sollte. Auch dafür brauchten wir neue Fahrzeuge und neues Personal.
Da wurde gerechnet und schließlich bescheinigte eine Studie zur Machbarkeit und Realisierung eines AGT-Systems in Nürnberg, kurz SMARAGT, dass ein automatischer U-Bahn-Betrieb in Nürnberg machbar und wirtschaftlich ist. Das positive Ergebnis der Studie war der Startschuss für das Projekt RUBIN, Realisierung einer automatisierten U-Bahn in Nürnberg.
Am Samstag, 14. Juni 2008 war es schließlich soweit: Die U3 wurde mit einem offiziellen Festakt und zwei Bürgerfesten an den U-Bahnhöfen Gustav-Adolf-Straße und Maxfeld eröffnet. Zur Eröffnung kamen nationale und internationale Gäste aus Politik und Wirtschaft. Die zentrale Eröffnungsfeier fand am U-Bahnhof Gustav-Adolf-Straße statt. Als Redner sprachen der Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, der Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei, Dr. Markus Söder, der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, der Vorstand des Siemens Industry Sectors, Dr. Heinrich Hiesinger sowie unser Vorstandsvorsitzender, Herbert Dombrowsky zu den zahlreichen Festgästen. Schließlich weihten Dekan Robert Pappenheimer und Dekan Michael Bammessel die neue Linie.
Nürnberg ist seitdem weltweit die erste Stadt, in der eine automatische U-Bahn im Mischbetrieb mit einer konventionellen Linie auf einem gemeinsamen Streckenabschnitt fährt. In Deutschland ist die U3 die erste U-Bahn, die ihre Fahrgäste vollautomatisch ans Ziel bringt.
Umstellung der U2
Seit der Eröffnung der U3 treiben wir zusammen mit Siemens bereits die Automatisierung der U2 voran. Die notwendige Technik in den Stellwerken und entlang der Strecke ist installiert. Das Bahnsteigsicherungssystem ist bereits entlang der gesamten U2 aktiviert. Manuelle Messfahrten auf der U2 und Funktionsprüfungen für die ATC-Technik während der Betriebsruhe sind gelaufen. Sie dienten der genauen Einmessung der Linienleiter und stellen sicher, dass die Systeme miteinander kommunizieren können.
Wie bei der Automatisierung der U3 wurde der gesamte Prozess wiederum von den Gutachtern und der Technischen Aufsichtsbehörde begleitet. Sie mussten auch für die U2 alle relevanten Sicherheitsaspekte unter die Lupe nehmen und schließlich die Gutachten für die Zulassung erstellen. Am 25. September 2009 hat die Technische Aufsichtsbehörde die Linie für den automatischen Fahrgastbetrieb frei gegeben. Die komplette Umstellung der U2 auf Automatikbetrieb wird Anfang 2010 erfolgen, dann überwiegend mit Kurzzügen.
Verlängerung der U3
Zurzeit in Bau ist der Abschnitt Kaulbachplatz - Friedrich-Ebert-Platz. Der erste Rammschlag (Baubeginn Rohbau) war am 14. Juni 2007, der so genannte Tunnelanschlag war am 4. Dezember 2007. Die Eröffnung ist für 2011 geplant. Die Streckenlänge beträgt 1,1 Kilometer mit den zwei Bahnhöfen Kaulbachplatz und Friedrich-Ebert-Platz.
Die weitere Planung der Bauabschnitte der U3 sieht wie folgt aus:
Der dritte Bauabschnitt umfasst die Strecke Klinikum Nord - Nordwestring. An der rund 1,1 Kilometer langen Strecke liegen auch die zwei Bahnhöfe Klinikum Nord und Nordwestring, die ab 2010 im Bau und 2014/2015 eröffnet werden sollen.
Technische Details und mehr zu Nürnbergs automatischer U-Bahn lesen Sie hier.