Meine VAG
Vom BRunch zur BR-Nachtlinie
Die Straßenbahn als Drehort mit besonderem Charme
In der Straßenbahn trifft man die unterschiedlichsten Menschen. Sie ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Ort der Kommunikation. Diesen Gedanken hatten Moderator Andreas Bönte und Redakteure des Bayerischen Rundfunks (BR), als sie vor knapp drei Jahren die „Nachtlinie“ entwickelten, als Nachfolgerin der Sendungen „BRunch“ und „BR Forum“.
Es sollte einmal etwas ganz anderes sein als eine im Studio aufgezeichnete Sendung. Mit Persönlichkeiten, die aus ihrem bewegten und bewegenden Leben erzählen, rattert Andreas Bönte seither mit der Tram durch die nächtliche Stadt. Gedreht wird in München, Nürnberg und Würzburg.
Hin und wieder nimmt der Dialog eine unerwartete Wendung, wenn an einer Haltestelle ein weiterer Gesprächspartner zusteigt. Auf der Gästeliste stehen Künstler, Kabarettisten, Schauspieler, aber auch Politiker, Sportler oder Kirchenoberhäupter. Die erste Sendung am 11. Oktober 2007 war eine ganz spezielle Sonderfahrt: Münchens Oberbürgermeister Christian Ude war an Bord, um mit einer Auswahl Münchner Bürger das 850-jährige Stadtjubiläum zu feiern.
Inzwischen hat sich die „Nachtlinie“ den Status einer „kleinen Kultserie“ erarbeitet. Seit Ende 2007 ist die „Nachtlinie“ auch bei uns in Nürnberg ab und an unterwegs. In der ersten Nürnberger und zugleich erfolgreichsten Sendung in der Geschichte der „Nachtlinien“, besuchte das Fernsehteam mit dem damaligen Ministerpräsident Günther Beckstein abschließend sogar den Christkindlesmarkt.
Insgesamt elf mal drehte der BR bisher bei uns in der Frankenmetropole. Die meisten anderen Sendungen wurden in München produziert. Aber auch Würzburg und Augsburg sind Drehorte für die Nachtlinie. Zu Gast waren in Nürnberg neben Beckstein der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, Sternekoch Alexander Herrmann, die Komödianten Volker Heißmann und Martin Rassau, die Moderatoren Sabine Sauer und Gerd Rubenbauer, Torwartlegende Andreas Köpke, Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Staatsminister Dr. Markus Söder, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, der Kabarettist Urban Priol und der Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.
Blick hinter die Kulissen
Bevor es losgehen kann, muss der Wagen jedoch erst einmal in der Straßenbahnwerkstatt präpariert werden. Dazu arbeiten unsere Kollegen in der Werkstatt Hand in Hand mit dem Team des Bayerischen Rundfunks. Während sie Sitze und Haltestangen ausbauen, elektrische Leitungen und Schalter entfernen, installiert das Fernsehteam Scheinwerfer und verlegt Kabel für Bild und Ton. Rund drei Stunden dauern die Vorbereitungen, bevor die Straßenbahn mit der „Nachtlinie“ im Zugzielanzeiger ausrücken kann.
Am Plärrer steigen die Talkgäste und das Publikum zu. Je nach Jahreszeit kann die Fahrt starten. Voraussetzung ist, dass es dunkel ist. Sobald von der Zentralen Serviceleitstelle die Freigabe für die Strecke kommt, kann die Aufzeichnung beginnen. Als Fahrer ist Thomas Kübler von Anfang an dabei. Der sympathische Blondschopf ist mit den besonderen Anforderungen der Dreharbeiten bestens vertraut und steuert die Straßenbahn routiniert und couragiert durch die Nacht. Wenn er nicht kann, stehen mit Kurt und Andreas Gottschalk - Vater und Sohn - zwei weitere VAGler parat, die die BR-Nachtlinie durchs nächtliche Nürnberg steuern.
Die Straßenbahn als Drehort und die nächtliche Stadt als Kulisse machen zwar den besonderen Charme der halbstündigen Talksendung aus, verlangen dem Team aber auch viel ab. Die Enge in der Straßenbahn und das Ruckeln während der Fahrt stellen die Kameraleute vor große Herausforderungen. Doch das eingespielte Team leistet professionelle Arbeit. Von den Anstrengungen werden die Zuschauer nichts merken.
Die Zusammenarbeit mit uns beschreibt BR-Redakteur Reinhard Strohn, der lange für die Nachtlinien in Nürnberg verantwortlich war, als sehr erfolgreich und erfreulich. „Die VAG erfüllt uns alle Wünsche und kommt uns sehr entgegen.“ Auch den Kollegen macht die Zusammenarbeit mit dem Fernsehen Spaß. Dabei verfolgen sie alle ein Ziel: Die Stadt Nürnberg ins rechte Bild zu rücken. „Wir halten die fränkische Fahne bei jeder Gelegenheit hoch und versuchen, so oft wie möglich eine Sendung in Nürnberg zu drehen“, sagt Reinhard Strohn. Für berühmte Franken wie den Kameramann Michael Ballhaus macht er aber auch einmal eine Ausnahme und fährt nach München, wenn es die Umstände erfordern.
Impressionen vom Umbau der Straßenbahn, von der Vorbereitung der Sendung bis hin zur Sendung selbst. Die Bilder sind am 7. Juli 2009 entstanden. Damals war Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly Gast der Nachtlinie.


