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Der Ultracapbus

ein alternatives Antriebssystem im Alltagstest

Als erstes deutsches Verkehrsunternehmen testeten wir ein alternatives Antriebskonzept mit Hochleistungskondensatoren - den so genannten Ultracaps - auf seine Alltagstauglichkeit im Linienbetrieb. Der Testbetrieb fand zwischen November 2001 und Mai 2002 vorwiegend auf der Nürnberger Innenstadtlinie 36 statt. Die wissenschaftliche Auswertung der Testergebnisse ist nun in vollem Gange. Daran sind auch der Fahrzeughersteller, die MAN Nutzfahrzeuge AG, und das Institut für Fahrzeugtechnik der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg beteiligt.

Zur Technik
Der Testbus war mit einem dieselelektrischen Antrieb in Verbindung mit der neuen Ultracaptechnik ausgestattet.
Die Hochleistungskondensatoren dienten als Bremsenergiespeicher und zeichneten sich durch besonders hohe Leistungsaufnahmefähigkeit gegenüber anderen Energiespeichern, wie beispielsweise Batterien, aus. Insgesamt befanden sich acht Module mit jeweils 36 Ultracaps auf dem Dach des Busses. Die Bremsenergie wurde in diesen Hochleistungskondensatoren gespeichert. So wurde die beim Bremsen frei werdende Energie nicht an den Radbremsen oder an Bremswiderständen "verheizt", sondern beim Anfahren zum Beschleunigen des Busses genutzt.


Das Ultracapsystem

  • 8 Ultracapmodule
  • 640 V Spannung
  • 400 A maximaler Strom
  • 0,4 kWh Energieinhalt
  • 400 kg Gewicht

Die Vorteile des Systems im Überblick

  • deutliche Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs (derzeit 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum konventionellen Dieselfahrzeug)
  • Reduktion der Emissionen, insbesondere CO²
  • Verlassen der Haltestelle ohne störende Geräusch- und Abgasbelastung
  • Erhöhung des Fahrkomforts (ruckfreies vibrationsarmes Fahren)
  • Reduktion der Wartungskosten

Mit dem Test des Ultracapbusses unterstützten wir Unternehmen wie die MAN Nutzfahrzeuge AG, Siemens Transportation Systems und EPCOS bei der Gewinnung von Erkenntnissen aus der Praxis für eine weitere Entwicklung der Fahrzeuge von morgen. Damit leisteten wir erneut einen aktiven Beitrag beim Erschließen von Potentialen zur weiteren Kraftstoffeinsparung und zur Senkung der Betriebskosten sowie zur Reduzierung von Schadstoffemissionen wie beispielsweise des klimarelevanten Kohlendioxyds CO². Bereits seit 1992 testeten wir regelmäßig als Vorreiter alternative Antriebssysteme: 1992 den ersten erdgasbetriebenen Linienbus, 1998 zwei dieselelektrische Busse und 2001/2002 den ersten Brennstoffzellenbus im Linieneinsatz.