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Der Stadtpark lockt

Farben explodieren im Kameraobjektiv

Sind Sie auf der Suche nach einem Ausflugsziel, das spannend aber nicht zu weit entfernt ist. Dann lassen Sie sich doch von der Nürnberger Fotografin Petra Simon inspirieren und besuchen Sie den Stadtpark.

19 Hektar ist er groß und nicht nur im Frühjahr eine Oase der Ruhe und der Farbenpracht. Wenn es um den Nürnberger Stadtpark geht, gerät die 54-jährige Petra Simon ins Schwärmen. "Er hat ein Geheimnis, das will ich nicht verbrauchen, nicht jeden Tag." Das Geheimnis liegt in der Vielzahl von Bäumen, Sträuchern und Blumen, die Tag für Tag zum Flanieren und Staunen einladen: die mächtige 30 Meter hohe Sommerlinde nahe dem Schillerdenkmal, der glutrote Blutahorn am nordöstlichen Rondell oder die im Frühjahr von Blüten überbordenden Magnolien nahe dem Weiher.

Die Geschichte des Geländes als Parkanlage beginnt um 1760, damals wurden die ersten Linden und Kastanien gepflanzt. 1855 wurde auf dem Areal ein großes Volksfest zu Ehren des bayerischen Königs Maximilian II. abgehalten, 1882 eröffnete Prinzregent Luitpold von Bayern dort die erste Bayerische Landesausstellung, die zwei Millionen Besucher anzog. Danach entwickelte sich der Park zur bedeutendsten Grünanlage der Stadt. Im zweiten Weltkrieg völlig zerstört, hat der Stadtpark seitdem aber einiges von seinem früheren Glanz verloren.

Doch die Fotografin Petra Simon, die ihr Atelier gleich ums Eck im Rennweg hat, zieht es insbesondere im Frühjahr geradezu magisch mit der Kamera dorthin. "Beim Spiel mit der Schärfe verschwimmen die Farben zu Farbkreisen und explodieren förmlich im Objektiv", ist sie begeistert. Ganz im Gegensatz dazu steht ihre sonstige fotojournalistische Tätigkeit, in der die Menschen und deren beruflicher und sozialer Alltag Thema sind.

Ursprünglich hatte Simon in Erlangen Germanistik studiert. Nach einer kurzen Zeit als Gymnasiallehrerin war sie als Redakteurin tätig. Dann reichte ihr die Sprache nicht mehr aus, um sich auszudrücken. Sie entdeckte die Fotografie und erlaubte sich "den Luxus, aus der Leidenschaft einen Beruf zu machen". Heute arbeitet sie im Bereich Bildung und Beruf, hat einen Lehrauftrag an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule und engagiert sich ehrenamtlich. In der freien fotografischen Arbeit geht es ihr darum, "Dinge zu zeigen, die man sonst nicht wahrnimmt" - z.B. die Macht der Farben im Stadtpark.

Zum Stadtpark gelangen Sie mit der U2, der Straßenbahnlinie 9 und oder mit den Buslinien 46/47. Der Besuch lohnt in jedem Fall, jederzeit.

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